jj-ontour

Bienvenido a Mexico

Wir haben es geschafft – wir sind auf der Baja California!

Wobei der Start in Mexiko bzw. die Einreise mehr als chaotisch waren: wir haben uns extra den Wecker gestellt, damit wir ja ganz früh an der Grenze sind. Das Navi leistet normal echt gute Dienste, aber es hat uns erst mal an den Grenzübergang für LKWs geschickt. Auch wenn wir einen Truck fahren, so waren wir völlig fehl am Platz, denn es dürfen dort nur kommerzielle Trucks über die Grenze. Ok, kann man nichts machen, dann halt zurück zum Start. Beim nächsten Grenzübergang sah es zunächst wunderbar aus. Aber bei unserem Anblick haben hier auch alle die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, denn wir waren an einem reinen Pkw Übergang, der keinen Scanner für Busse und LKWs hat. Also wieder nichts und wieder retour. Nur waren wir bereits in dem Übertrittstunnel und dort kann man nicht einfach schnell umdrehen. Wir mussten zur Seite fahren, warten, bekamen dann irgendwann einen Begleitschutz, mussten beaufsichtigt aus der USA ausreisen, umdrehen und uns dann wieder in die Schlange zur Einreise einreihen. Ein Geduldspiel, denn wir durften das gesamte Einreiseprozedere in die USA samt Durchsuchung etc. durchmachen. Alles hat auch sein Gutes, denn der von uns völlig entnervte Amerikanische Beamte hat uns dann zumindest noch verraten, zu welcher Grenze wir fahren sollen. Als wir dort ankamen, war es natürlich schon mitten am Vormittag und die Schlange dementsprechend lang. Die Touristenkarte, die man in Mexiko braucht, ging erstaunlich schnell, aber dafür hat sich die Einfuhrregistrierung vom Mr. Benz ewig hingezogen, denn der Zulassungsschein hat kein Ablaufdatum und die Mexikaner müssen aber eines in ihrem Formular eintragen. Nach fast zwei Stunden und vielen Diskussionen hat man beschlossen, eine Ausnahme zu machen und uns die Erlaubnis auszustellen sobald wir Mr. Benz durch den Scanner gefahren haben. Unsere Erleichterung hat dann aber nicht besonders lang angehalten, denn der Scanner ist genau beim Bus vor uns kaputt gegangen und wir haben wieder fast zwei Stunden damit verbracht, zwei extrem entspannten Mexikanern dabei zuzusehen, wie sie ziemlich planlos versucht haben, den Scanner zu reparieren. Das ist ihnen natürlich nicht gelungen und nachdem die Schlange mit schimpfenden Bus- und Lkw Fahrern hinter uns immer länger und lauter wurde, hat man die guten alten Hilfsmittel wie Drogenhund und Unterbodenspiegel geholt und wir wurden endlich abgefertigt.

An und für sich hätten wir echt gerne eine Pause gemacht, aber an eine solche ist in Tijuana nicht zu denken, denn diese Stadt ist mehr als heftig: Obdachlose schlafen in Erdlöchern neben der Straße, Drogenabhängige kreuzen unkontrolliert die Fahrbahn und und und … man sieht so wahnsinnig viel schockierendes Elend, dass man nur noch weiter will. Aber 100 Kilometer weiter sieht die Welt völlig anders aus: wir stehen seit zwei Tagen im Hafen von Escalante, haben es super fein und zudem beschlossen, uns hier bissi Zeit zu nehmen, um mit Kopf und Körper in Mexiko anzukommen. Wir hören in die neue Sprache hinein, gehen Essen und probieren neue Geschmäcker und versuchen uns etwas zu orientieren, welches Angebot es in den Supermärkten gibt, wie es mit den Preisen, dem Auffüllen von Wasser etc. ausschaut. Und das, was wir bislang gesehen und erlebt haben, gefällt uns ausgesprochen gut: das Mexikanische Essen ist wirklich köstlich, die Menschen sehr freundlich, bemüht und gesellig. Endlich sehen wir wieder Menschen auf der Straße gemeinsam lachen, zusammensitzen, plaudern, essen oder einfach nur flanieren … endlich spielt sich das Leben wieder draußen ab und nicht nur in klimatisierten Räumen, Autos oder im Drive Thru Modus ab … das tut sehr gut und ist sicherlich ein riesen großer Unterschied zu Amerika.

Das bringt mich auch zu meinem Resümee …
Erst mal für die Statistik: wir sind in Amerika insgesamt etwa 6.000 km gefahren. Die Überholrate liegt immer noch bei Null, denn wir haben auch hier kein einziges Fahrzeug überholt, sind aber natürlich 100te Male überholt worden (dabei haben wir den Amerikanischen Stinkefinger etwas öfter als den Kanadadischen gesehen). Wir sind mit unserem vorgesehenem Reisebudget auf Plan – und das trotz neuem Kühlschrank und obwohl wir es uns haben sehr gut gehen lassen (es gibt zwar nach wie vor keine Zigaretten und Kamillentee statt Prosecco, aber dafür standen wöchentlich herrlich saftige Steaks, Spagetti mit Riesengarnelen und Lungenbraten vom Bio-Schweinchen auf dem Speiseplan).

Was wird uns besonders in Erinnerung bleiben? Während Kanada ein wunderschönes Land mit vielen menschlichen Highlights war, hatten wir in Amerika zwar auch nette Begegnungen, aber es waren eindeutig die Natur-Highlights, die uns beeindruckt haben. Yellowstone, Arches, Dead Horse Point, Valley of the Gods, Bryce Canyon und und und … all diese Orte werden uns unvergessen bleiben, denn sie sind allesamt einzigartig und wirklich atemberaubend.
Als nächstes werden wir uns die Baja California an der Ostküste langsam nach unten bewegen und freuen uns auf schöne Strände und eventuelle Wal- oder Delfin Sichtungen. Aber eines ist ganz sicher: wir werden auf alle Fälle herrliche Tacos, Früchte und Fischgerichte genießen und ALLES WIRD GUT!

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