MittelamerikaMexiko

Jahreswechsel, Tapetenwechsel, Kontinentwechsel

Nach Weihnachten gab es erst mal zwei absolute Kulturschmankerl:

Zuerst Teotihuacan, eine der bedeutendsten prähistorischen Ruinenstädte, die vor allem für ihre Sonnenpyramide bekannt ist. Es war zwar viel los, aber die Anlage ist wirklich beeindruckend und riesengroß.

 

 

Dann ging es weiter nach El Tajin – ebenfalls eine wunderschöne Ruinenstadt mit mehreren großen pyramidenförmigen Stufentempeln mitten im Dschungel. Da hatten wir etwas mehr Glück, denn wir haben direkt am Eingang campiert und sind ganz in der Früh hinein. Es war der Tag vor dem Jahreswechsel und von dort aus ist es nicht mehr weit zur Küste – so stand Silvester am Strand eigentlich nichts im Weg.

 

Aber mitten auf der Autobahn hat uns Mr. Benz noch einen kräftigen Adrenalinstoß beschert – erst wie immer das gewohnte Schnurren des Motors, dann blub bbluubb bbbluuubbb und schließlich mausetot. Klar, war erst mal nicht ganz so lustig aber wir hatten wieder ganz viel – nämlich dreifaches – Glück: denn erstens gab es an dieser Stelle der Autobahn einen Pannenstreifen (ist eher die Ausnahme in Mexiko) und zweitens war Benny (der Vorbesitzer von Mr. Benz) erreichbar. Unser Problem war schnell identifiziert: beim Wechsel des SEPA Filters haben die Jungs einen Hebel in der falschen Position belassen, weshalb Mr. Benz leergefahren war und entlüftet gehörte. Um an das Entlüftungsventil zu kommen, muss man das Fahrerhaus kippen – das wäre an und für sich gar kein Problem, aber so mitten auf der Autobahn ist es halt nicht unbedingt eine Spaßveranstaltung. Alternativ zum Kippen gibt es seitlich am Motor eine klitzekleine Dieselpumpe, mit der kann man auch entlüften, aber die sitzt so was von blöd, dass Hans einfach nicht hinkam. Glücksquäntchen Nummer drei: ich passe trotz all dem herrlichem Mexikanischen Futter (noch) genau zwischen Reifen und Motor und kann mich so hineinquetschen, dass ich die Pumpe bedienen kann und nach etwa 100 Pumpstößen war die Luft draußen und wir wieder unterwegs Richtung Silvester und Playa Esmeralda.

 

Die Küste am Golf von Mexiko ist eher enttäuschend – der Sand dunkel und der Strand relativ schmal. Absolut kein Vergleich zur Baja California und zudem leider auch ziemlich verschmutzt. Die Campingplätze haben uns auch nicht besonders gefallen und schlussendlich haben wir uns entschlossen, über Silvester in einem hübschen Hotelresort zu campen. Gegen unsere Erwartung feiern die Mexikaner Silvester nicht besonders ausgelassen, es wird auch nicht sooo wahnsinnig viel geballert, aber immerhin noch genug, dass Herr Hund total verängstigt und panisch war und ich die restliche Nacht auf einem Notbett neben ihm am Boden geschlafen habe.

 

Am Neujahrstag gab es statt einem Kater wieder einen Adrenalinkick – irgendwas tropft und wir haben die Wasserpumpe im Verdacht. Aber zwischenzeitlich gehen wir mit solchen Situationen wesentlich entspannter um: es ist nicht mehr weit nach Veracruz und wir fliegen ja jetzt eh bald heim und können Ersatzteile besorgen. Am nächsten Campingplatz kippen wir das Fahrerhaus und siehe da – wieder mal Glück gehabt, wahrscheinlich hat sich nur eine Schlauchklemme gelockert.

 

Die Gegend um Veracruz hat nichts Besonderes ausser besonders hohe Preise: wir haben noch nirgends so viel für’s Campen, Wäsche Waschen oder Trinkwasser gezahlt. Auch Essen gehen macht nicht wirklich Spaß. Wir müssen hier allerdings einige Wochen verbringen und beschließen daher, uns ein kleines Häuschen samt Garten anzumieten, da es preislich keinen Unterschied zum Campingplatz macht. Bis zur Verschiffung nach Kolumbien steht Mr. Benz also vor der Tür, wir haben wieder weite Wege zwischen Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer und fliegen abwechselnd für jeweils für zwei Wochen in den Winter nach Hause.

Die nächste Zeit wird für uns arbeitsreich, denn Verschiffung, Flüge, Hotels, Amtstierarzt, Versicherungen, Visa etc. gehören organisiert. Für Euch ist dies eher weniger spannend, deshalb melden wir uns erst Anfang März wieder, wenn wir in Kolumbien und somit auf dem nächsten Kontinent sind. Und bis dahin gilt natürlich wie immer ALLES WIRD GUT!

 

 

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